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Der Leberwickel und was die Leber alles kann

Sicherlich habt ihr es bemerkt. Gerade gibt es  hier eine kleine Serie zum Thema Frühlingskur. Weil es  so viele Fragen von euch zum Thema Leberwickel gab, greife ich heute einfach einmal euren Wunsch auf und erkläre euch heute, was die Leber so kann und wie ein Leberwickel gemacht wird.

 

Die Leber ist eines unserer wichtigsten Stoffwechselorgane. Zu finden ist sie im rechten Oberbauch unter den Rippen, wobei ein Leberlappen auch bis in den linken Oberbauch ragen kann. Ihre Funktionen sind eng mit den anderen Verdauungsorganen Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Darm verknüpft. Darum werden diese Organe in der Naturheilkunde oft zusammen behandelt. Die Unterstützung des einen Organs wirkt sich oft positiv auf die anderen Organe des Verdauungstraktes aus.

 

 

Das Spannende bei der Leber ist die Blutversorgung. Nur ein Viertel des Blutes dient der eigenen Versorgung. Dreiviertel des Blutzuflusses kommt über die Pfortader und bringt insbesondere Blut aus dem Dünndarm und enthält gelöste und aus der Nahrung aufgenommen Nährstoffe sowie Medikamente. Außerdem finden sich im Blut der Pfortader Abbauprodukte anderer Organe ebenso wie Hormone.  Die Leber organsiert alle diese Stoffe. Sie baut ab und auf und sortiert den Abfall, der ausgeschieden werden soll. Fettlösliche Stoffe werden dann über die Galle (und den Darm) nach draußen befördert. Wasserlösliche Abfallprodukte werden nochmals in das Blut abgegeben, um dann über die Nieren ausgeschieden zu werden.

 

 

Was die Leber alles kann

  • Entgiften von Stoffen wie Alkohol, Medikamenten und giftigen Endprodukten aus unserem eigenen Stoffwechsel wie zum Beispiel Ammoniak
  • Sie stellt Blutgerinnungsfaktoren her
  • Speichert Eisen und fettlösliche Vitamine (E, D, K, A)
  • Bildung von Gallenflüssigkeit
  • Wichtige Aufgaben im Stoffwechsel von Fett, Eiweiß, Kohlenhydraten
  • Einfluss auf Hormonhaushalt

Zusammen mit der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse beeinflusst die Leber maßgeblich unseren Stuhlgang. Farbe, Form und Konsistenz können Auskunft geben, ob es diesen Organen gut geht.

 

Die Leber kann durch Infektionen, falsche Ernährung, Alkohol und Medikamente geschädigt werden. Als zentrales Stoffwechselorgan wird sie in der naturheilkundlichen Behandlung von vielen Krankheitsbildern mit einbezogen, die vielleicht auf den ersten Blick nichts mit der Leber zu tun haben.  Weil die Leber nicht weh tut, bemerken wir oft nicht oder erst sehr spät, wenn es diesem wichtigen Organ schlecht geht. Dabei ist die Leber bei wirklich vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt und kann für eine Vielzahl von Symptomen verantwortlich sein.

Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit, sagt die Naturheilkunde nicht umsonst. Wenn die Leber überlastet ist, werden wir müde. Juckende Haut, Probleme mit der Fettverdauung, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und PMS, Veränderungen im Blutbild und eine helle Stuhlfarbe können von der Leber verursacht werden. Der berühmte Gelbstich von Haut und Augen entsteht in der Regel erst bei fortgeschrittener Leberschädigung oder bei einem akuten Stau der Gallenflüssigkeit. Es ist ein sehr ernst zunehmendes Symptom und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

 

Die Leber beim Fasten / Entgiften


Bei Entgiftungskuren ist die Leber besonders gefragt. Viele Giftstoffe werden nun zusätzlich aus dem Gewebe mobilisiert und müssen abgebaut und ausgeschieden werden. Darum ist es besonders während solcher Kuren wichtig, der Leber besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Jetzt ist es wichtig, die Durchblutung der Leber und den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm zu fördern. Dafür sind feucht-warme Leberwickel, das Essen von bitteren Wildkräutern und Tees aus Löwenzahn, Schafgarbe oder Angelikawurzel sehr gut geeignet.

 

Löwenzahn ist eine wichitge Pflanzen für die Leber

Der zusätzliche Verzicht auf Alkohol, schwer verdauliche Fette sowie tierische Eiweiße und Zucker entlastete die Leber außerdem.

 

5 Tipps – So kannst du deine Leber pflegen!

 

  1. Liegen & Entspannung erleichtert die Arbeit der Leber. Leberwickel mit Lavendel, Schafgarbe oder Heublumen eignen sich besonders.
  2. Wärme. Die Leber ist sehr stoffwechselaktiv. Das spiegelt sich auch in der Temperatur – Blut, das aus der Leber in den Körper abfließt, ist bis zu 40 Grad Celsius warm und damit deutlich wärmer als der Körper. Ein warmer Leberwickel fördert deutlich die Durchblutung und Entgiftungsarbeit der Leber.
  3. Bitterstoffe aus Wildkräutern entkrampfen die Leber und lassen die Gallenflüssigkeit besser abfließen. Darum sind sie ein wichtiger Bestandteil jeder Leberkur.
  4. Senföle haben einen ähnlichen Effekt auf die Verdauungsorgane und die Leber. Sie sind in Radieschen, Rettich, Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch oder Schnittlauch enthalten und sollte roh gegessen werden.
  5. Ernährung – alles was wir Essen, muss die Leber passieren! Diese Nahrungsmittel belasten die Leber besonders: frittiertes, Fette, Alkohol, Medikamente. Bei einer Leber-Diät wird zusätzlich der Verzicht auf tierisches Eiweiß und Zucker sowie Pausen von mindestens 4 Stunden zwischen dem Essen empfohlen.

 

Die ersten Frühlingskräuter enthalten oft wertvolle Bitterstoffe und helfen unserer  Leber im Frühling in den Schwung zu kommen.

 

Mein besonderer Tipp für die Leber – der Leberwickel

Vielleicht kennt ihr den Leberwickel vom Fasten. Hier ist er ein wichtiger Bestandteil der unterstützenden Maßnahmen. Aber auch bei der Frühlingskur kann er wunderbar die Leber entlasten. Ich führe ihn so oft wie möglich, am besten täglich durch. Er wirkt entspannend auf den ganzen Körper und fördert außerdem eine ruhige Stimmung am Abend.

Das brauchst du für einen Leberwickel:

  • 1 kleines Tuch / Waschlappen
  • ein kleines Handtuch
  • ein  Wickeltuch, Wollschal oder großes Saunatuch – bestenfalls passt es einmal um den Körper/Bauch – damit wird das Wickelpaket befestigt
  • Wärmflasche
  • heißes Wasser, alternativ: Schafgartentee

So wird der Leberwickel durchgeführt:

Der Leberwickel wird im Liegen durchgeführt. Bereite dir einen gemütlichen Platz mit einer warmen Decke vor. Sorge auch für warme Füße. Der Wickel wird auf dem Bauch über der Leber platziert. Die Leber liegt im rechten Bauchraum unter den Rippen.

  1. Fülle die Wärmflasche zur Hälfte mit heißem Wasser, drücke die restliche Luft heraus und schraube die Wärmflasche zu. So kann sie sich an deinen Körper schön anschmiegen.
  2. Nun nimmst du den kleinen (Wasch)Lappen und tauchst ihn in möglichst heißes Wasser oder Schafgarbentee. Wringe ihn stark aus und lege ihn faltenfrei auf den Bauch/über der Leber auf.
  3. Nun lege ein kleines Handtuch und die Wärmflasche darüber und wickle alles mit dem Saunatuch oder einem Wollschal fest um deinen Körper.
  4. Lege dich damit hin und decke dich zu. Bleibe so mindestens 20 Minuten liegen und lasse dir etwas Zeit zum Nachruhen.

Der Leberwickel kann mittags, oder auch am Abend vor dem Schlafengehen durchgeführt werden. Ich finde, er unterstützt dann das Einschlafen.

Der Leberwickel funktioniert auch mit Lavendelöl oder einem Heublumenkissen

Probiere den Leberwickel auch einmal mit einem Heublumenkissen aus. Erhitze das Kissen dafür im heißen Wasserdampf  und lege es so heiß wie du es verträgst auf die Haut. Wer Lavendel besonders mag, kann auch ein kleines Tüchlein oder Stoffstück mit Lavendelöl tränken und unter der Wärmflasche auf der Haut platzieren.

 

Ich wünsche euch viel Erfolg bei eurer Frühlingskur!

Susanne aus der Kräuterwerkstatt

 

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