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Heilpflanze // So wehrhaft wie eine Brennnessel!

Wehrhaft und kräftig wie eine Brennnessel

Wenn der Frühling endlich sein grünes Kleid anzieht, dann ist es soweit!
Das frische Frühlingsgrün der Wiesen, Blumen und Felder lockt uns nach den grauen Wintertagen nach draußen ins Leben. Die Starre des Winters bröselt unter den warmen Sonnenstrahlen, die Bienen summen, die Blätterknospen platzen, das Leben geht wieder los. Grün ist lebendig. Grün bedeutet Neuanfang, Fruchtbarkeit, Vitalität

 

 

Welche Pflanzen ich mit dieser quicklebendigen Kraft verbinde?

Natürlich alle Unkräuter! Diejenigen, die ohne Einladung frech im Vorgarten wachsen. Diejenigen, die trotz großer gärtnerische Mühe nicht verschwinden wollen. Ausrupfen, wegjäten, abschneiden. Alle Mühe zwecklos und umsonst.
Da kann ich nur sagen: Hut ab! Was für eine Lebenskraft. Welch ein Wille zum Leben, welch mutige Lebenslust. Unkaputtbar und einfach da!

Diese kühne Vitalität wünsche ich mir manchmal auch. Und warum nicht die frechen Pflanzen einfach essen und so ihre Kraft in mich aufnehmen?

Dieser Gedanke ist sehr alt. So alt wie der Gründonnerstag – der Tag an dem das erste neunerlei Grün, die ersten kleinen Pflänzchen gesammelt werden. Es wird natürlich nicht nur gesammelt, sondern auch zubereitet und gemeinsam verzehrt: eine wilde Gründonnerstagssuppe, ein aromatisches Bärlauchpesto, eine Brennnesselquiche für mutige, oder ein frischer Wildkräutersalat mit Giersch gehören ab diesem Tag auf den Tisch.
Die ersten Pflanzen tragen die ungeduldige Kraft des Winters in sich. Sie enthalten nachweisbar viele wichtige Vitamine, Mineralien und gesunde sekundäre Pflanzenstoffe und sind gesunde Nahrung für unseren Körper.

 

Eine dieser wichtigen Frühlingspflanzen ist für mich die Brennnessel.

Durch ihre Brennhaare ist sie eine kleine Berühmtheit. Jeder kennt sie. Keiner mag sie. Dabei ist sie eine der vielfältigsten Heilpflanzen der Volksheilkunde. Hier wird sie bei Frühjahrsmüdigkeit , als Blutreinigungsmittel, bei Hauterkrankungen, Akne, bei Blasenentzündungen, zur Nervenstärkung, zur Kräftigung nach langen Krankheiten und in Belastungssituationen, zur Anregung der Blutbildung und auch um das Immunsystem bei Allergien zu desensibilisieren empfohlen und eingesetzt.

Mit Ihren Brennhaaren ist die Brennnessel für mich der Inbegriff von Wehrhaftigkeit und Willensstärke. Wegen ihrem hohen Eisengehalt wird sie daher auch bei Eisenmangel der sich z.B. durch Müdigkeit und Infektanfälligkeit zeigen kann, empfohlen. Und vielleicht bringt die regelmäßige Einnahme von Brennnessel in Form von Tee, Pflanzensaft, oder als Wildgemüse die Kraft und auch die Willensstärke zurück?

 

 

Äußere Anwendung für Mutige

Nicht zu vergessen ist die sehr wirksame äußerliche Anwendung der Brennnessel. Hier empfiehlt die Volksheilkunde Einreibungen mit der frischen Brennnessel auf ide Haut zur Förderung der Durchblutung bei Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden, Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden. Dafür pflückt man sich eine Brennnessel und reibt die entsprechenden Hautpartien mit der Pflanze ein. Der Pflanzensaft reizt die Haut und regt die Selbstheilungskräfte an.

Auch als Wildgemüse ist sie mit Ihrem spinatähnlichen Geschmack sehr zu empfehlen. Ich verwende sie im Frühling sehr gerne als Stelle von Spinat für eine Quiche. Das überzeugt sogar meine Familie!

 

Brennnessel sammeln

  • die jungen Pflanzen im Frühling als Wildgemüse, oder zum trocknen für Tee
  • im Spätsommer können die nussig schmeckenden Samen geerntet werden, die sehr nahrhaft sind

 

Mein Tipp:

Einmal mit dem Nudelholz über die jungen Pflanzen walken, dann brennen sie bei der Weiterverarbeitung nicht mehr so stark

 

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Bis bald,

Susanne

 

 

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich wusste zwar schon viel über die Brennnessel und streite mich gerade wieder mit meinen Hühnern um die ersten zarten Blättchen (die Pflänzchen dürfen sich ruhig noch etwas recken und strecken bevor sie von mir und den Hühnern aufgefuttert werden), aber es hat Spaß gemacht, so ein liebevolles Portrait über eine Pflanze zu lesen, die die meisten doof finden.
    Liebe Grüße!
    Jenny

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